Im Boden ist mehr als dort hingehört

 


Was man im Boden alles findet

Man glaubt ja nicht, was man beim Vorbereiten der Beete so alles in der Erde finden kann. Das Aufregendste bis jetzt war ein Hakenkreuzabzeichen. Das war vor Jahrzehnten in einem Garten unweit von Zipf. Das Ärgerlichste war ein Kunststoffnetz in einem Garten in Lasberg vor drei Jahren, vielleicht gegen Wühlmäuse. Das Schönste war mein Ehering voriges Jahr. Den habe ich nach etlichen Wochen im Kohlrabibeet wiedergefunden.

War es früher vielleicht ein Metalllöffel, der mit den Küchenabfällen in den Kompost und so in die Erde gelangte, so sind das in letzter Zeit immer mehr Plastikteile geworden. Das Lästigste sind Klarsichtfolien und Vliese, die sich nach einiger Zeit in kleine Teile auflösen. Doch das Schlimmste ist das Plastik, das man gar nicht sieht.
 

Mikroplastik besteht aus Teilen, die kleiner als fünf Millimeter sind und Nanoplastik ist kleiner als 0,1 Mikrometer. „Niemals kommt das in unseren Boden“, wird jeder gleich aufschreien. Doch Halt! Wer hat schon die kleinen weißen Styroporkugerl beim Entsorgen einer gekauften Zimmerpflanze im Kompost entdeckt? Wem ist schon eine Abdeckfolie zerbröselt? Aber Nanoplastik. Niemals!
 

Nanoplastik ist in fast allen Kosmetikartikeln enthalten und gelangt über das Abwasser in die Kläranlagen. Ebenso die Partikel von Kleiderfasern aus der Waschmaschine. Mit dem Klärschlamm kommt das alles auf die Felder. Zum Teil ist auch Kompost wegen Fehlwürfen in Biotonnen belastet. Wie schädlich das ist, wird erst jetzt mühsam erforscht, z. B. von der Abteilung Umweltschutz des Landes Oberösterreich. Und weil uns ein gesunder Boden wichtig ist, ist der Österreichische Siedlerverband Mitglied beim Bodenbündnis. Gemeinsam schauen wir auf unsere Böden.